»Ai no korida« JAP / FR 1976 • 109 Min. • FSK: frei ab 18 • jap.OmU
Regie: Nagisa Oshima
Buch: Nagisa Oshima, Koji Wakamatsu
mit: Eiko Matsuda, Tatsuya Fuji, Aoi Nakajima, Yasuko Matsui, Meika Seri
Kamera / Bildgestaltung: Hideo Ito
Schnitt / Montage: Patrick Sauvion, Keiichi Uraoka
Musik: Minoru Miki
Berlinale 1976 Beschlagnahmung nach der Vorführung durch die Staatsanwaltschaft Berlin
Cannes Film Festival 1976 (Competition: Wettbewerb)

Kichizō ist der Besitzer eines Geisha-Hauses, in dem Abe Sada als Dienerin und Prostituierte arbeitet. Zwischen den beiden entwickelt sich eine leidenschaftliche Beziehung. Kichizō verlässt schliesslich seine Familie, um ganz bei Sada zu sein - mehr und mehr verfällt er ihr. Abgeschottet von der Aussenwelt geben sich die beiden ganz der grenzenlosen sexuellen Begierde hin. Gemeinsam tauchen sie immer tiefer in die Welt der Leidenschaft bis hin zum Lustschmerz ein. Ihre Lust bricht mit sämtlichen Tabus und führt schliesslich zu Kichizōs Tod, denn Sada tötet ihn auf seinen Wunsch hin beim Liebesakt …

Im Reich der Sinne beruht auf einer wahren Begebenheit um Abe Sada, die sich so ähnlich 1936 in Japan zugetragen hat. Nagisa Ōshima drehte in Tokio, musste das Filmmaterial allerdings zur Entwicklung und Fertigstellung nach Paris schicken, weil kein japanisches Laboratorium es anzurühren wagte. Als der Film bei der Berlinale 1976 in Berlin gezeigt wurde, beschlagnahmte die Staatsanwaltschaft den Film direkt nach der Premiere als „harte Pornografie“. Es war das erste Mal, dass ein Film bei einem großen, internationalen Festival von der Staatsanwaltschaft eingezogen wurde. Am 17. März 1977 kam das Berliner Landgericht dagegen in seinem Urteil zum Schluss, dass es sich bei dem Film nicht um Pornografie handelt. Daraufhin wurde der Film ungekürzt freigegeben und erhielt von der Filmbewertungsstelle das Prädikat „besonders wertvoll“.

«Im Reich der Sinne» (Ai no korīda) ist der global bekannteste Film des japanischen Regisseurs Nagisa Ōshima. Er sorgte bei seinem Erscheinen für einen Skandal und wurde vielerorts vorübergehend verboten. Der Film beruht auf einer wahren Begebenheit um Abe Sada, die sich so ähnlich 1936 in Japan zugetragen hat …
