Xenon Kino Berlin

Filmkunstkino in Berlin-Schöneberg

Bitteres Fest
»Amarga navidad« ESP 2026 • 111 Min. • FSK: frei ab 12 • span. OmU
Regie: Pedro Almodóvar (s.a. »The Room Next Door« (2024) und »Strange Way Of Life« (2023) und »Parallele Mütter« (2022) und »The Human Voice« (2020) und »Leid und Herrlichkeit« (2019) und »Zerrissene Umarmungen« (2009) sowie »Volver« (2006) oder »Schlechte Erziehung« (2004) und »Sprich mit Ihr« (2002) und »Alles über meine Mutter« (1999) und »Das Gesetz der Begierde« (1986))
Buch: Pedro Almodóvar
mit: Barbara Lennie, Leonardo Sbaraglia (s.a. »Leid und Herrlichkeit« (2019), Altana Sánchez Gijón (s.a. »Parallele Mütter« (2022), Quim Gutiérrez (s.a. »Dunkelblaufastschwarz« (2006), Victoria Luengo, Patrick Criaqdo sowie Rossy de Palma
Kamera / Bildgestaltung: Paul Esteve Birba
Schnitt / Montage: Teresa Font AMAE
Musik: Alberto Iglesias
Offizielle Auswahl Wettbewerb Cannes Filmfestival 2026

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Bitteres Fest erzählt abwechselnd zwei Geschichten - die eine spiegelt die andere - und die Wechselwirkung beider Handlungsstränge zum Ende des Films. Die erste spielt im Dezember 2004, die zweite im Jahr 2026.
Manchmal wirkt der Film wie ein Musical: Elsa entdeckt, während sie in einem Stripteaselokal tanzt, den Mann, den sie in einem entscheidenden Moment ihres Lebens lieben wird. Er ist nicht nur Stripper, sondern auch Feuerwehrmann. Eine Freundin und Kollegin Elsas, die von ihrem Ehemann mehrfach gedemütigt und verlassen wurde, findet schließlich die Kraft, das Zuhause hinter sich zu lassen, nachdem sie ein Lied von Chavela Vargas gehört hat, das vom Verlassenwerden handelt. Diese beiden Geschichten spielen 2004, während des langen Wochenendes um den Verfassungstag Anfang Dezember, wenn die Straßen Madrids bereits von der nahenden Weihnacht durchzogen sind. Das ist jedoch das einzige weihnachtliche Element in der Erzählung: In dieser Zeit entwickelt sich das Drama der beiden Freundinnen, zu dem sich noch eine dritte gesellt - Natalia, eine junge Mutter, die die tiefe Trauer um ihr totes Kind mit sich trägt.

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Bitteres Fest ist das Gegenteil eines Weihnachtsmärchens.
Die andere Geschichte, die mit der von 2004 alterniert, spielt im Sommer 2026 und handelt von einem erfolgreichen Drehbuchautor und Regisseur um die 60, der gegen eine lang andauernde kreative Krise kämpft. Schnell erkennt der Zuschauer, dass Raúl Rossetti - so heißt der Regisseur - gerade am Computer die Geschichte von Elsa und den beiden anderen Frauen schreibt: Ihre Liebe, ihre Verluste, ihre Arbeit und ihr Leid nähren Raúls Vorstellungskraft, in der er sich natürlich selbst spiegelt. Erinnerung, vermischt mit Fiktion, bleibt stets Fiktion. Wenn auch nicht im wortwörtlichen Sinn, ist Elsa doch das Alter Ego von Raúl. Sie ist ebenfalls Regisseurin und arbeitet in der Werbung. Zehn Jahre zuvor hatte sie zwei Filme gedreht, die an der Kinokasse zwar totale Flops waren, sich im Lauf der Zeit aber zu Kultfilmen entwickelten …

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Wenn wir Raúls Wohnung sehen - ganz im brutalistischen Baustil - in der seine Assistentin Mónica ihm vorliest, wie begehrt er ist, wird deutlich, dass Raúls Leben ganz vom Filmemachen vereinnahmt wurde. Als er sich seinem sechzigsten Lebensjahr nähert, ist sein Bedürfnis Geschichten zu erzählen so dringend wie eh und je; vielleicht sogar stärker als vor 35 Jahren, als er begann. Nur beim Schreiben und Regieführen fühlt er sich lebendig. Er lebt zurückgezogen mit seinem treuen Freund Santi und hat kaum noch ein soziales Leben. Er ist an einem Punkt angekommen, an dem er nur noch in sich selbst Inspiration findet. Obwohl er sich immer geweigert hat, sein eigenes Leben als Stoff zu verwenden, tut er es jetzt aus Notwendigkeit: Er schaut tief in sich hinein und betrachtet zwangsläufig auch die wenigen Personen, aus denen sein Universum besteht — seinen Lebenspartner und seine Assistentin. Am Ende muss er sich den Vorwürfen stellen, die dieser Eingriff in persönliche Geschichten und in das Leben anderer unvermeidlich hervorruft, so fiktiv sie in seinem Drehbuch auch erscheinen mögen …

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